PRELACTIA
Drei Profis für die Milch

Sie verströmt Üppigkeit.Strahlend weiss, ein bisschen korpulent und mit Wellenlinien, die ihren flüssigen Inhalt andeuten. Mit der PRELACTIA®- Flasche aus PET bietet PDG Plastiques die perfekte Verpackung für Milch und Milch produkte. Um die hohe Nachfrage zu decken, erweitert der französische Flaschen-Spezialist seine Fertigung aktuell um eine sechste PRELACTIA®- Produktionslinie von Netstal.

Text Dr. Sabine Kob  Fotos Netstal

PRELACTIA® ist das Produkt gebündelter Kompetenz: Der spanische Werkzeughersteller Molmasa und Netstal haben die Technologie entwickelt, und PDG Plastiques brachte als Anwender der ersten Stunde die Erfahrungen des Verarbeiters ein. Mit PRELACTIA® lässt sich – als dem einzigen am Markt bewährten Verfahren – ein Liter ultrahocherhitzte Milch (H-Milch) sicher in eine nur 24 Gramm schwere Flasche verpacken. Die Basis bildet ein Preform, dessen zweischichtiger Aufbau die Hauptaufgaben widerspiegelt: für das Auge des Käufers die attraktive weisse Aussenhaut, zum Schutz der Milch die graue, lichtundurchlässige Innenwand. Eine PRELACTIA®-Flasche blockt nahezu 100 Prozent des Lichts und ist daher insbesondere für die Königin der Haltbarkeit, H-Milch, hervorragend geeignet. Mit einer Aufbewahrungsdauer von bis zu einem halben Jahr stellt sie nämlich weit höhere Anforderungen an das Gefäss als Extended-Shelf-Life-Milch (etwa 21 Tage) oder gar Frischmilch (maximal 10 Tage).

"Wer Milch sicher in Kunststoff-Flaschen abfüllen möchte, kommt an PRELACTIA® nicht vorbei."
Francois Desfretier, Inhaber und Geschäftsführer von PDG Plastiques

21 Netstal-Maschinen laufen

Bei PRELACTIA® geht es um Qualität und Kosteneffizienz, denn PDG Plastiques stellt an sich selbst den Anspruch, seinen Kunden immer die optimale Lösung bieten zu können. Schon seit der Gründung 1948 konzentriert sich das familiengeführte Unternehmen auf Behältnisse für Getränke und Flüssigkeiten. Heute fertigen 85 Mitarbeiter pro Jahr etwa 1,3 Milliarden PET-Preforms und 50 Millionen Flaschen im Ein- und Zweistufenverfahren mit Füllmengen von 20 Millilitern bis 10 Litern. Bei den Preforms reicht das Gewicht von 2,4 Gramm bis 90 Gramm. Die Zusammenarbeit mit Netstal datiert zurück bis ins Jahr 1985 und begann mit einer gebrauchten 150-Tonnen-Maschine. 1990 folgte die erste PET-LINE und inzwischen sind 21 Netstal-Maschinen in Betrieb.

PDG Plastiques
PDG Plastiques
Mit 85 Mitarbeitern werden pro Jahr etwa 1,3 Milliarden PET-Preforms und 50 Millionen Flaschen gefertigt.

François Desfretier, Inhaber und Geschäftsführer von PDG, lobt vor allem deren Verlässlichkeit und den guten Kundenservice. Nach der drinktec in München, auf der Netstal gemeinsam mit Molmasa die PRELACTIA®-Technologie präsentiert, wird die PET-LINE 2C direkt vom Messestand zu PDG nach Malesherbes geliefert und dort neben den zwei vorhandenen PET-LINE-2C-Maschinen sowie den drei PRELACTIA®-Systemen der ersten Generation, die noch auf der SynErgy- Baureihe basieren, weiter produzieren. Da sie auf Fertigungsflexibilität ausgelegt ist, lässt sich die moderne PET-LINE 2C bei Kapazitätsschwankungen im Betrieb problemlos auch für Monolayer-Anwendungen einsetzen. Lediglich das Nebenaggregat muss dafür softwareseitig deaktiviert werden. Bei einschichtigen Preforms können dann, innerhalb der Maschinenleistungsfähigkeit, Werkzeuge mit 24 bis 72 Kavitäten laufen.

Geringerer Einsatz von teuren Additiven

Der PRELACTIA®-Vorformling hingegen entsteht durch Overmolding, also in zwei Stufen mit jeweils 32 Kavitäten. Zunächst wird die dunkle Komponente ins Werkzeug eingespritzt und anschliessend dieser Rohling in separaten Kavitäten mit der hellen Aussenhaut überzogen. Auf diese Weise sind beide Schichtstärken exakt definiert – der grösste Vorteil in Sachen Wirtschaftlichkeit gegenüber den Konkurrenzverfahren. Denn um den empfindlichen Inhalt mit einer UV-Lichtbarriere zu schützen, setzt man das Weiss-Pigment Titandioxid zu. Das Additiv sorgt auch für die ansprechend weisse Farbe der späteren Flasche. Da bei PRELACTIA®-Preforms die äussere Schicht gezielt diese Aufgabe übernimmt, genügen hier rund 5 Prozent des Preform-Gewichtes. Vorformlingen mit nur einer Lage PET müssen dagegen rund 15 Prozent Titandioxid beigemengt werden, was sich aufgrund der hohen Kosten für Titandioxid enorm aufsummiert. Eine Jahresmenge von 70 Millionen PRELACTIA®-Preforms zu je 24 Gramm spart rund 240 Tonnen des hochwertigen Additivs ein.

Hochwirksame Lichtbarriere
Hochwirksame Lichtbarriere
Der zweischichtige Aufbau sorgt für eine hochwirksame Lichtbarriere. Nahezu 100% des sichtbaren Lichts (400nm bis 700nm) werden zuverlässig geblockt. Das Resultat ist eine Haltbarkeitsdauer von bis zu 6 Monaten.

Overmolding überzeugt technisch und ökonomisch

Die seit langem in der Milchabfüllung bekannten HDPE-Flaschen sind technisch out. Schwer (30 Gramm), bei hohem Materialpreis, mit geringerer Licht-Barrierewirkung und durch das Extrusionsblasformen extrem eingeschränkten Designmöglichkeiten. Am Gewinde zeigen sich zusätzlich oft Dichtigkeitsprobleme, was die Verwendung einer zusätzlichen Versiegelung aus Aluminiumfolie notwendig macht. Stellt man die Drinktec-Anwendung mit dem 17-Gramm-PRELACTIA®-Preform einer vergleichbaren 21-Gramm-HDPE-Flasche mit 0,5 Liter Fassungsvermögen gegenüber, ergibt sich bei einem Jahresausstoss von 105 Millionen Flaschen allein für Rohmaterial und Additive eine enorme Einsparung. Der Marktpreis für PET liegt rund 30 Prozent unter dem für HDPE. Wer Milch sicher in Kunststoff-Flaschen abfüllen möchte, kommt also an PRELACTIA® nicht vorbei, zumal die Behälter aus reinem PET hinterher voll recycelbar sind. Aufgrund des zweistufigen Herstellverfahrens der PET-Flasche eröffnen sich mit PRELACTIA® den Grossmolkereien zusätzliche Optionen, sich mit exklusiven Flaschendesigns vom Wettbewerb abzuheben.Francois Desfretier rechnet deshalb mit starkem Wachstum und will die Technologie weiter entwickeln und ausbauen: „Wir wollen uns auch in Zukunft durch Innovationskraft und Qualität von unseren Mitbewerbern abheben. Netstal ist dafür der ideale Partner.“

Produktionsprozess

Erleben Sie, wie die PRELACTIA-Preforms auf einer PET-LINE 2C entstehen

Kontakt

Stefan Kleinfeld
stefan.kleinfeld@netstal.com

Applikations- und Produktmanager Beverage